
Der finale Abend für uns beim diesjährigen Festival Young Euro Classic wurde vom Concertgebouworkest YOUNG bestritten. Es ist in mehrfacher Hinsicht ein sehr junges Orchester: Erst 2019 gegründet besteht es aus Musikerinnen und Musikern im Alter von 14 bis 17 Jahren. Pate des Abends war der Dirigent Andrés Orozco-Estrada selbst, der sehr temperamentvoll von der Auswahl der Teilnehmenden und der Probenarbeit des jungen Ensembles erzählte. Auf dem Programm standen drei bekannte romantische »Blockbuster« sowie eine deutsche Erstaufführung.





Am Freitag war ich zum ersten Mal in diesem Jahr im Konzerthaus zu Gast. Auf dem Programm standen hochinteressante Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – einer meiner Lieblingsepochen: die 4. Symphonie von Jean Sibelius, Alban Bergs Violinkonzert und »Poème de l’extase« von Alexander Skrjabin. Das Konzerthausorchester musizierte unter Hannu Lintu, Solovioline spielte Leila Josefowicz.
Anfang September war ich wieder im Konzerthaus zu Gast. Das Konzerthausorchester spielte unter Juraj Valčuha vier zum Teil selten gehörte Werke der Spätromantik. Zwei symphonische Dichtungen von Strauss bildeten den Rahmen um Stücke von Korngold und Webern.
Das Abschlusskonzert des diesjährigen Festivals wurde vom niederländischen Nationaal Jeugdorkest unter Alexander Shelley bestritten. Es begann wie alle Abende mit der Festivalhymne von Iván Fischer. Dann folgte jedoch nicht die Einführung durch den Paten des Abends, sondern eine Preisverleihung: Der Gewinner des Europäischen Kompositionspreises für die beste im Festival präsentierte Ur- bzw. deutsche Erstaufführung wurde bekanntgegeben. Das Wort ergriff die Vorsitzende der Jury, eine nette Dame mit erkennbar asiatischem Akzent. Der Gewinner betrat die Bühne, und es folgte etwas Durcheinander – wer steht wann wo?, Händeschütteln, die Urkunde wurde hin- und hergereicht, dann auch noch der übergroße Scheck mit dem Preisgeld… Ein Auftakt, der zum Schmunzeln einlud.
Am letzten Mittwoch war das International Lutosławski Youth Orchestra bei »Young Euro Classic« zu Gast mit drei Werken, die alle im 20. Jahrhundert entstanden sind und doch grob unterschiedlich waren.
Am zweiten Abend von »Young Euro Classic 2022« spielte das Bundesjugendorchester unter Marc Albrecht ein spannendes Programm, dessen Besonderheit darin bestand, dass beide Werke – so unterschiedlich sie auch sind – im selben Jahr entstanden sind, nämlich 1897: das Doppelkonzert op. 102 von Johannes Brahms und Gustav Mahlers 1. Symphonie.