
Der fünfte und für uns vorletzte Abend bei YEC 2023 bescherte uns die vielleicht beste Neunte von Mahler, die wir je erleben durften.
Zum ersten Mal dieses Jahr hörten wir die Festivalhymne von der Empore über der Bühne. Die kleine Blechbläsergruppe begann sehr gemächlich, um dann im Mittelteil ordentlich Gas zu geben. Patin des Abends war Sarah Wedl-Wilson, die Interessantes aus der Geschichte des Gustav Mahler Jugendorchesters, das bereits auf der Bühne saß, zu erzählen wusste.
Dann betrat der Dirigent Jakub Hrůša die Bühne und dirigierte das einzige Werk des Abends: die 9. Symphonie D-Dur von Gustav Mahler.




Am Freitag war ich zum ersten Mal in diesem Jahr im Konzerthaus zu Gast. Auf dem Programm standen hochinteressante Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – einer meiner Lieblingsepochen: die 4. Symphonie von Jean Sibelius, Alban Bergs Violinkonzert und »Poème de l’extase« von Alexander Skrjabin. Das Konzerthausorchester musizierte unter Hannu Lintu, Solovioline spielte Leila Josefowicz.
Anfang September war ich wieder im Konzerthaus zu Gast. Das Konzerthausorchester spielte unter Juraj Valčuha vier zum Teil selten gehörte Werke der Spätromantik. Zwei symphonische Dichtungen von Strauss bildeten den Rahmen um Stücke von Korngold und Webern.
Das Abschlusskonzert des diesjährigen Festivals wurde vom niederländischen Nationaal Jeugdorkest unter Alexander Shelley bestritten. Es begann wie alle Abende mit der Festivalhymne von Iván Fischer. Dann folgte jedoch nicht die Einführung durch den Paten des Abends, sondern eine Preisverleihung: Der Gewinner des Europäischen Kompositionspreises für die beste im Festival präsentierte Ur- bzw. deutsche Erstaufführung wurde bekanntgegeben. Das Wort ergriff die Vorsitzende der Jury, eine nette Dame mit erkennbar asiatischem Akzent. Der Gewinner betrat die Bühne, und es folgte etwas Durcheinander – wer steht wann wo?, Händeschütteln, die Urkunde wurde hin- und hergereicht, dann auch noch der übergroße Scheck mit dem Preisgeld… Ein Auftakt, der zum Schmunzeln einlud.
Am letzten Mittwoch war das International Lutosławski Youth Orchestra bei »Young Euro Classic« zu Gast mit drei Werken, die alle im 20. Jahrhundert entstanden sind und doch grob unterschiedlich waren.
Am zweiten Abend von »Young Euro Classic 2022« spielte das Bundesjugendorchester unter Marc Albrecht ein spannendes Programm, dessen Besonderheit darin bestand, dass beide Werke – so unterschiedlich sie auch sind – im selben Jahr entstanden sind, nämlich 1897: das Doppelkonzert op. 102 von Johannes Brahms und Gustav Mahlers 1. Symphonie.
Letzten Freitag fand das Eröffnungskonzert des diesjährigen Festivals »Young Euro Classic« im Konzerthaus statt. Es spielte das National Youth Orchestra of the USA unter Daniel Harding. Ich war da.