Ungestüme Jugend vs. posthumes Spätwerk

Der Abend im Konzerthaus am 1. Februar war für mich ein denkwürdiges Ereignis. Auf dem Programm standen zwei Werke, die unterschiedlicher kaum sein können: das 1. Klavierkonzert d-Moll op. 15 von Johannes Brahms und die deutsche Erstaufführung der 22. Symphonie von Mieczysław Weinberg. Hier das ungestüme Frühwerk eines 22-Jährigen, dort das letzte Werk eines 77-Jährigen. Hier Mitte 19. Jahrhundert, dort Ende 20. Hier Deutschland, dort Russland. Hier ein nach langem Ringen in Form gebrachtes Klavierkonzert, dort eine große Symphonie, posthum von fremder Hand instrumentiert. (mehr …)

Zwei ungleiche Schwestern

Ein weiteres Mal war ich gestern Abend allein im Konzerthaus zu Gast. Das Konzerthausorchester gab unter der Leitung von Juraj Valčuha die dritte Symphonie D-Dur (D 200) von Franz Schubert und die dreizehnte Symphonie op. 113 b-Moll von Dmitri Schostakowitsch. Die beiden Werke haben auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam, das Programmheft bemühte sich jedoch redlich, einen Zusammenhang herzustellen.  (mehr …)

Begeisternder Schlusspunkt bei YEC 2018

Am Montag fand das Abschlusskonzert von Young Euro Classic 2018 statt: Das Schleswig-Holstein Festival Orchestra musizierte unter Leitung von Wayne Marshall Werke von Leonard Bernstein und Erich Wolfgang Korngold. Zuvor lobte Patricia Schlesinger als Patin des Abends sehr zu Recht die Qualitäten des Orchesters und des Festivals und kündigte bereits YEC 2019 an, auf das auch ich mich seit vorgestern Abend freue. (mehr …)

Europa begeistert

Gestern spielte das European Union Youth Orchestra im Rahmen von Young Euro Classic. Ich war im – heute endlich einmal völlig ausverkauften – Konzerthaus zu Gast und freute mich auf Musik von Chopin und Tschaikowsky. Sascha Hingst, der Pate des Abends, machte uns mit dem Orchester vertraut, dem Spieler aus allen 28 Staaten der EU angehörten. Es war also ein großer Abend der Völkerverständigung, zumal hinter der Bühne (im Chorbereich) sogar das norwegische Orchester, das am Vorabend aufgetreten war, saß und zuhörte.

(mehr …)

Russland: Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt

Ich hatte erwartet, dass dieser Abend etwas ganz Besonderes wird. Ich sollte Recht behalten. Gestern war ich im Konzerthaus und hörte das Youth Chamber Orchestra St. Petersburg im Rahmen von Young Euro Classic. Gegeben wurden ausschließlich russische Kompositionen: Tschaikowskys Streicherserenade C-Dur op. 48, ein Oboenkonzert von einem jungen Zeitgenossen und nach der Pause die 14. Symphonie op. 135 von Dmitri Schostakowitsch. (mehr …)

Das Beste kommt zum Schluss

Gestern war ich erneut zu Young Euro Classic im Konzerthaus. Zum ersten Mal gastierte das National Youth Orchestra of Canada in Berlin und brachte ein erstaunliches Programm mit. Der erste Höhepunkt des Abends war aber bereits die einführende Rede des Paten Ulrich Deppendorf. Pointiert stellte er die Vorzüge des Herkunftslands der Musiker (besonders im Vergleich zu seinem Nachbarn) heraus: die beeindruckenden Landschaften, die politische und gesellschaftliche Einstellung der Bevölkerung, das gute Aussehen der Spitzenpolitiker… Beinahe nach jedem Halbsatz gab es Zwischenapplaus. (mehr …)

Hoch- und Spätromantik par excellence

Vor elf Jahren war das Symphonieorchester der Musikakademie Ljubljana zuletzt bei Young Euro Classic. Gestern kehrten sie zurück und brachten ein sehr interessantes Programm mit.

Klaus Lederer, der Pate des Abends und Berliner Kultursenator, erzählte in seiner Einführung leider wenig, was man nicht im Programmheft hätte lesen können, fand aber lobende und anerkennende Worte für die jungen Musiker auf der Bühne. Das eigentliche Programm begann dann sehr schwungvoll mit einem symphonischen Walzer des 24-jährigen Leon Firšt. (mehr …)